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Lüftungskonzept erstellen
Lüftungsberechnung nach DIN 1946-6 — automatische Stufen-Ermittlung.
Lüftungskonzept erstellenDezentrale Lüftung: Einzelraumlüfter mit Wärmerückgewinnung, Pendelluft-Systeme, Vergleich mit zentraler KWL, DIN 1946-6 und Einsatz bei Sanierung.
Lüftungsberechnung nach DIN 1946-6 — automatische Stufen-Ermittlung.
Lüftungskonzept erstellenDezentrale Lüftung bezeichnet Lüftungssysteme, bei denen jeder Raum oder jede Raumgruppe durch ein eigenes, raumweise installiertes Lüftungsgerät versorgt wird — ohne zentrales Lüftungsgerät und ohne aufwändiges Kanalsystem. Die Geräte werden direkt in der Außenwand eingebaut (Wanddurchbruch ø 100–160 mm) und versorgen den jeweiligen Raum mit Frischluft.
Norm: DIN 1946-6 (Lüftung von Wohnungen — Anforderungen, Planung und Ausführung) — gilt für dezentrale wie zentrale Systeme
| Typ | Funktion | Wärmerückgewinnung | Schalldämpfung |
|---|---|---|---|
| Pendelluft-Lüfter | Abwechselnd Zuluft / Abluft (Umkehrbetrieb, 70 s) | Keramik-Wärmespeicher, 65–80 % | Mittel |
| Gegenstrom-Einheit | Gleichzeitig Zu- und Abluft (2 Kernbohrungen) | Gegenstrom-WT, 75–90 % | Gut |
| Fensterbanklüfter | Zu-/Abluft in einem Gerät über 2 Schächte | Gegenstrom-WT, 70–85 % | Gut |
| Einfache Zuluft | Nur Frischluft, keine WRG | Keine | Gut (passiv) |
Das Pendelluft-System funktioniert mit einem einzigen Wanddurchbruch je Gerät:
Durch dieses Wechselprinzip werden 65–80 % der Wärme zurückgewonnen. Mehrere Geräte in einem Gebäude werden im Gegentakt betrieben, um einen gleichmäßigen Luftaustausch zu erreichen.
| Merkmal | Dezentrale Lüftung | Zentrale KWL |
|---|---|---|
| Investition | 300–800 € je Raum | 8.000–20.000 € gesamt |
| Installation | 1 Kernbohrung/Raum | Vollständiges Kanalsystem |
| WRG-Grad | 65–90 % | 75–95 % |
| Luftfilter | G4–F7, je Gerät | F7–F9, zentral |
| Lautstärke | 25–40 dB(A) im Raum | 20–35 dB(A) im Raum |
| Wartung | Filterwechsel je Gerät (3–6 Mo.) | Zentraler Filter + Inspektion |
| Flexibilität | Sehr hoch, raumweise | Gering, Kanalsystem |
| Eignung Sanierung | Sehr gut | Aufwändig |
| Eignung Neubau | Gut | Sehr gut |
Dezentrale Lüftungsgeräte sind bei Sanierungen besonders vorteilhaft:
Wann ist dezentrale Lüftung nach DIN 1946-6 ausreichend? Wenn die Mindestluftwechselrate für Feuchteschutz (Lüftungsstufe NE, 0,3 × V_NL) und Nennlüftung (1,0 × V_NL) durch die dezentralen Geräte erreicht werden kann — was bei Einzelrauminstallation in allen Räumen typischerweise der Fall ist.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Einbaulage | Außenwand, möglichst nicht zur Schlafseite |
| Wanddurchführung | Inkl. Schalldämm-Rohr oder Schallschutzmanschette |
| Abstand zu Ecken | Mind. 500 mm (Schallbrücke vermeiden) |
| Lautstärke Schlafraum | Gerät mit < 25 dB(A) bei Stufe 1 wählen |
| Filterklasse | Anwendung |
|---|---|
| G4 (ePM10 > 50 %) | Einfache Geräte, Grundschutz |
| M5 (ePM10 > 80 %) | Standard-Zuluft |
| F7 (ePM2,5 > 50 %) | Empfohlen für Allergiker |
Filterwechsel bei dezentralen Geräten: alle 3–6 Monate je nach Standort und Pollenbelastung.
Ja — auch bei dezentralen Geräten schreibt DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vor, wenn mehr als 1/3 der Fenster erneuert werden oder Abdichtungsmaßnahmen an der Gebäudehülle stattfinden. Das Lüftungskonzept weist nach, dass alle Lüftungsstufen eingehalten werden.
Ja, wenn sie dauerhaft in Betrieb sind und die Mindestlüftung für Feuchteschutz (0,3 × V_NL) sicherstellen. Entscheidend ist die korrekte Dimensionierung der Geräte je Raum.