Was ist der Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe? Definition nach VDI 4645, monovalenter und bivalenter Betrieb, Berechnung.
Definition: Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, bei der die Heizleistung einer Wärmepumpe genau der Gebäudeheizlast entspricht. Unterhalb des Bivalenzpunkts reicht die Wärmepumpenleistung allein nicht aus — ein Zusatzheizgerät (z. B. Elektroheizstab, Gas-Spitzenheizer) übernimmt die fehlende Leistung.
| Konzept | Beschreibung | Bivalenzpunkt |
|---|---|---|
| Monovalent | WP deckt 100% der Last bis NAT | Kein Bivalenzpunkt |
| Bivalent-parallel | WP + Spitzenheizer ab Bivalenzpunkt | –5°C bis –10°C |
| Bivalent-alternativ | WP bis Bivalenzpunkt, dann nur Spitzenheizer | 0°C bis –5°C |
Voraussetzung: Heizlastkurve des Gebäudes und Leistungskennlinie der Wärmepumpe.
θ_biv = Schnittpunkt von Gebäudeheizlastkurve und WP-Leistungskennlinie
Gebäudeheizlast bei Außentemperatur θ_e:
Φ_H(θ_e) = Φ_H,Norm × (θ_int – θ_e) / (θ_int – θ_e,Norm)
Für BAFA-Förderung (BEG 2026) muss die Wärmepumpe als Hauptheizung fungieren. Bei bivalenten Systemen muss die WP mindestens 70% des Jahreswärmebedarfs decken.