Was ist die Vorlauftemperatur? Definition, Heizkurvenregelung, Einfluss auf Wärmepumpen-JAZ und optimale Einstellung nach GEG.
Definition: Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das vom Wärmeerzeuger (Heizkessel, Wärmepumpe) in das Rohrnetz gepumpt wird. Sie ist der wichtigste Betriebsparameter einer Heizungsanlage und hat entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch — besonders bei Wärmepumpen.
Die Vorlauftemperatur wird in modernen Heizungsanlagen witterungsgeführt über die Heizkurve (auch: Heizkennlinie) geregelt. Bei niedrigeren Außentemperaturen wird die Vorlauftemperatur automatisch erhöht.
| Heizungssystem | Vorlauftemperatur |
|---|---|
| Fußbodenheizung (Neubau) | 30–40°C |
| Fußbodenheizung (Altbau) | 35–45°C |
| Niedertemperatur-Heizkörper | 45–55°C |
| Standard-Heizkörper (Altbau) | 55–70°C |
| Heizlast-Auslegungstemperatur | 70–75°C (Altkessel) |
Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Effizienzfaktor bei Wärmepumpen: Je niedriger die erforderliche Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ.
Faustregel:
Δ Vorlauftemperatur –10 K → Δ JAZ +0,5 bis +0,8
| Vorlauftemperatur | Typische JAZ (Luft-WP, Außentemp. 7°C) |
|---|---|
| 35°C | 4,0–5,0 |
| 45°C | 3,2–4,0 |
| 55°C | 2,5–3,2 |
| 65°C | 2,0–2,5 |
Für die BAFA-Förderung (BEG 2026) müssen Luft-Wärmepumpen eine JAZ ≥ 3,0 erreichen. Bei Altbauten mit Heizkörpern und hohen Vorlauftemperaturen (55–65°C) ist dies oft nur mit Maßnahmen zur Vorlauftemperatursenkung erreichbar: