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Sanitärberechnung starten
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenDIN 1986 Grundstücksentwässerung: Entwässerungsanlagen außerhalb von Gebäuden, Gefälleberechnung, Rohrdimensionierung, Schmutz- und Regenwassersysteme.
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenDIN 1986 ist eine Normenreihe für Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke. Sie regelt die Planung, Ausführung, Prüfung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -anlagen auf privaten Grundstücken — also zwischen dem Gebäude und dem öffentlichen Entwässerungsnetz. Die wichtigsten Teile:
Abgrenzung: DIN 1986 regelt die Grundstücksentwässerungsanlage (außerhalb des Gebäudes bis zur Übergabestelle an den öffentlichen Kanal). Die Gebäudeentwässerungsanlage innerhalb des Gebäudes wird nach DIN EN 12056 geplant.
Schmutzwasser (Abwasser aus Toiletten, Waschbecken, Küche) und Regenwasser werden in einer gemeinsamen Kanalisation gesammelt und zur öffentlichen Kläranlage geleitet. Das Mischsystem ist in älteren deutschen Städten verbreitet und wird zunehmend durch das Trennsystem ersetzt, da Starkregenereignisse zu Überlastungen führen können.
Schmutzwasser und Regenwasser werden in getrennten Leitungen abgeführt:
Das Trennsystem ist energetisch günstiger (weniger hydraulische Belastung der Kläranlage) und ist bei Neuerschließungen heute Standard. Viele Kommunen fordern die Umrüstung von Bestandsgebäuden.
Grundleitungen im Freispiegelabfluss (Gefälleströmung ohne Druck):
Fließgeschwindigkeit (Manningformel vereinfacht): v = k_St × R_hy^(2/3) × I^(1/2) [m/s]
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| k_St | Rauigkeitsbeiwert nach Strickler (Betonrohr: 70, PVC: 100) |
| R_hy | Hydraulischer Radius (A/U) [m] |
| I | Gefälle [m/m] |
DIN 1986-100 fordert zur Sicherstellung der Selbstreinigung:
| Rohrdurchmesser | Mindestgefälle | Mindestfließgeschwindigkeit |
|---|---|---|
| DN 100 | 1:100 (1 %) | 0,5 m/s |
| DN 125 | 1:100 | 0,5 m/s |
| DN 150 | 1:100 | 0,5 m/s |
| DN 200 | 1:100 | 0,5 m/s |
Empfohlene Fließgeschwindigkeit: 0,7–2,0 m/s (Selbstreinigungsgeschwindigkeit)
| Abfluss | Mindestdurchmesser |
|---|---|
| Einzelableitung (WC) | DN 100 |
| Sammelleitung (Gebäude ≤ 3 WE) | DN 100 |
| Sammelleitung (Gebäude 4–10 WE) | DN 125–150 |
| Grundleitung (> 10 WE) | DN 150–200 |
| Regenwasseranschluss (bis 200 m² Dachfläche) | DN 100 |
| Regenwasseranschluss (200–400 m²) | DN 125–150 |
DIN 1986-100 legt für Grundleitungen einen maximalen Füllungsgrad von h/d ≤ 0,7 fest — das Rohr darf also zu höchstens 70 % gefüllt sein, um Luft- und Druckwechselerscheinungen zu vermeiden und die Selbstreinigung zu gewährleisten.
Nach DIN 1986-100 sind Schächte (Reinigungsschächte, Revisionsschächte) erforderlich:
| Anforderung | Regel |
|---|---|
| Maximaler Abstand | 50 m zwischen zwei Schächten |
| Bei Richtungsänderung > 45° | Schacht oder Reinigungsöffnung |
| Bei Änderung des Rohrdurchmessers | Schacht oder Verbindungsschacht |
| Mindestlichte Weite Schacht | DN 600 (begehbar: DN 1000) |
Nach DIN EN 1610 (Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen) und DIN 1986-30 (Instandhaltung) sind Grundleitungen in regelmäßigen Abständen auf Dichtheit zu prüfen:
| Anlass | Prüfpflicht |
|---|---|
| Neubau | Dichtheitsprüfung vor Inbetriebnahme (Wasserdruckprobe oder Luftdruckprobe) |
| Bestand in Wasserschutzgebiet | Prüfpflicht nach Landesrecht (z. B. NRW: alle 20 Jahre) |
| Bestand außerhalb WSG | Empfehlung, keine bundesweite Pflicht |
DIN 1986-100 enthält auch Anforderungen an die Regenwasserableitung:
Eine Erneuerung ist erforderlich, wenn: schwere Undichtigkeiten festgestellt werden, erhebliche Verformungen oder Risse vorliegen (> 10 % des Rohrdurchmessers), Wurzeleinwuchs die Leitungskapazität dauerhaft reduziert oder Ablagerungen nicht durch Reinigung beseitigt werden können. Im Rahmen einer Sanierung (z. B. Kanalinliner) können alte Betonrohre erneuert werden, ohne die Leitungstrasse aufzugraben.
DIN 1986-4 listet die zugelassenen Werkstoffe: Steinzeug (historisch verbreitet, sehr langlebig), Betonrohr (üblich für größere Durchmesser), PVC-U Hart (Standard Neubau, glatt, kein Gefälle nötig für k_St = 100), PP (Polypropylen, für Schmutzwasser mit Temperaturen bis 90 °C), GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff, große Durchmesser). Für Regenwasserleitungen sind PVC-U und PP die Standardwerkstoffe.