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Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenRegenwassernutzung: Anlagenkomponenten, Bemessung nach DIN 1989, Einsatzbereiche, Trinkwassertrennung, kommunale Förderung und Wirtschaftlichkeit.
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenRegenwassernutzung bezeichnet die Sammlung, Speicherung und Nutzung von Niederschlagswasser (Dachabfluss) für nicht trinkwasserrelevante Anwendungen wie WC-Spülung, Gartenbewässerung, Waschmaschine und gewerbliche Nutzung. Regenwasser ist weiches, schadstoffarmes Wasser, das nach einfacher Filterung für viele Zwecke geeignet ist, ohne die Qualitätsanforderungen von Trinkwasser erfüllen zu müssen.
Norm: DIN 1989 (Regenwassernutzungsanlagen — Planung, Ausführung, Betrieb und Wartung), DIN EN 16941-1 (Vor-Ort-Nicht-Trinkwassersysteme)
| Komponente | Funktion |
|---|---|
| Dachfläche | Sammelfläche für Niederschlag |
| Fallrohrfilter | Grobbfilterung von Laub und Schmutz |
| Erdspeicher / Zisterne | Unterirdischer Tank (1.000–15.000 L) |
| Feinfilter (Schwimmfilter) | Entnahme aus der sauberen Mittelschicht |
| Pumpe (Hauswasserwerk) | Druckerzeugung für Nutzwassernetz |
| Übernahmestation | Automatische Trinkwasser-Nachspeisung |
| Rückflussverhinderer | Trennung Trinkwasser / Regenwasser |
| Nutzwasserleitungen | Getrennt von Trinkwasserleitungen (Kennzeichnung!) |
Die Zisternen-Größe wird nach DIN 1989-1 bemessen:
Speichervolumen V = Q_D × 30 Tage (vereinfacht)
Wobei Q_D der tägliche Regenwasserverbrauch in Liter/Tag ist.
| Haushaltsgröße | Tagesverbrauch (WC + Wäsche) | Empfohlenes Volumen |
|---|---|---|
| 2 Personen | 60–80 L/Tag | 3.000–4.000 L |
| 4 Personen | 120–160 L/Tag | 5.000–7.000 L |
| 6 Personen | 180–240 L/Tag | 8.000–10.000 L |
| EFH mit Garten | 200–400 L/Tag (Sommer) | 10.000–15.000 L |
Sammelmenge: A_Dach (m²) × N_jährlich (mm/m²) × 0,8 (Verluste)
Beispiel: 120 m² Dach, Berlin (580 mm/a): 120 × 0,580 × 0,8 = 55.680 L/Jahr = 153 L/Tag
| Anwendung | Qualitätsanforderung | Regenwasser geeignet |
|---|---|---|
| WC-Spülung | Nicht-Trinkwasser | Ja |
| Waschmaschine | Nicht-Trinkwasser | Ja (Kalkarm, weich) |
| Gartenbewässerung | Niedrig | Ja, ideal |
| Fahrzeugwäsche | Niedrig | Ja |
| Autowäsche gewerblich | Niedrig | Ja |
| Trinkwasser | Trinkwasserqualität | Nein |
| Kochen, Duschen, Trinken | Trinkwasserqualität | Nein |
Die strenge Trennung von Trinkwasser und Regenwasser ist nach DIN EN 1717 und TrinkwV vorgeschrieben:
Viele Kommunen fördern Regenwasserzisternen als Beitrag zum Klimaschutz und zur Regenwasserbewirtschaftung:
| Fördertyp | Typische Förderhöhe | Antragsstelle |
|---|---|---|
| Kommunale Investitionsförderung | 500–3.000 € | Stadtwerke, Umweltamt |
| Niedersächs. Umweltministerium | bis 50 % der Kosten | Landesbehörde |
| Bayern (BayKlimP) | bis 30 % | Regierungsbezirk |
| NRW (prog. ImmoBil) | Variabel | KfW / NRW.BANK |
Zusätzlich reduziert eine Zisterne oft den Niederschlagswassergebühr-Anteil der Abwassergebühr (je nach Gemeinde).
| Einsparung | Berechnung | Wert |
|---|---|---|
| Trinkwasser ersetzt | 40–60 m³/Jahr | 80–150 €/Jahr |
| Niederschlagswassergebühr | 0,50–2,50 €/m² abgekoppelt | 60–300 €/Jahr |
| Gesamteinsparung | 140–450 €/Jahr | |
| Investitionskosten | Zisterne 5.000 L + Installation | 3.000–6.000 € |
| Amortisation | 10–25 Jahre |
In den meisten Bundesländern sind erdverlegte Zisternen bis 10.000 Liter genehmigungsfrei, müssen aber beim Wasserversorger angemeldet werden. Die Kennzeichnungspflicht und Trennung vom Trinkwassernetz ist zwingend.
Ja — Regenwasser ist weich (kalkarm) und ideal für Waschmaschinen. Die Waschergebnisse sind identisch oder besser, und es kann Waschmittel eingespart werden. Die Leitungen müssen separat verlegt und gekennzeichnet sein.