Heizlastberechnung starten
Normkonforme Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — direkt im Browser.
Heizlastberechnung startenHeizungsregelung: Witterungsgeführte Vorlauftemperatur, Heizkurve einstellen, Raumregelung nach DIN EN 15232, Energieeinsparung und GEG-Anforderungen.
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Heizlastberechnung startenHeizungsregelung bezeichnet alle Einstellungen und Automatismen, die die Wärmeabgabe der Heizungsanlage dem tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes anpassen — in Abhängigkeit von Außentemperatur, Raumtemperatur, Tageszeit und Nutzungsprofil. Eine korrekt eingestellte Heizungsregelung reduziert den Energieverbrauch erheblich, ohne den Komfort zu beeinträchtigen.
Norm: DIN EN 15232 (Energetische Auswirkungen der Gebäudeautomation und Gebäudemanagement)
Die witterungsgeführte Regelung passt die Vorlauftemperatur des Heizungssystems automatisch an die Außentemperatur an. Grundprinzip:
Die Abhängigkeit wird über die Heizkurve beschrieben.
Die Heizkurve (oder Heizkennlinie) definiert, bei welcher Außentemperatur welche Vorlauftemperatur erzeugt werden soll:
| Außentemperatur | Heizkurve 1,2 (flach) | Heizkurve 1,6 (steil) |
|---|---|---|
| –12 °C | 50 °C VL | 65 °C VL |
| –5 °C | 43 °C VL | 56 °C VL |
| 0 °C | 38 °C VL | 50 °C VL |
| +5 °C | 33 °C VL | 44 °C VL |
| +10 °C | 28 °C VL | 38 °C VL |
| +15 °C | 22 °C VL | 30 °C VL |
Flache Heizkurve (1,0–1,3): Für gut gedämmte Häuser mit Fußbodenheizung (Niedertemperatur) Steile Heizkurve (1,5–2,0): Für Altbauten mit Heizkörpern und hohem Wärmebedarf
| Symptom | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Räume zu kalt, obwohl Thermostat offen | Heizkurve zu flach oder Parallelverschiebung zu niedrig | Kurve steiler oder Niveau anheben |
| Räume zu warm, Thermostate fast immer geschlossen | Heizkurve zu steil | Kurve flacher |
| Ungleichmäßige Erwärmung bei mildem Wetter | Heizkurve passt bei normaler Kälte, nicht bei Übergang | Endpunkt der Kurve anpassen |
| WP läuft bei 5 °C mit hoher Vorlauftemperatur | Steile Heizkurve → geringe JAZ | Kurve optimieren, WP effizienter |
| Regelungsart | Beschreibung | Genauigkeit |
|---|---|---|
| Keine Raumregelung | Nur Witterungsführung | Niedrig |
| Referenzraum-Thermostat | Ein Raumthermostat für alle Kreise | Mittel |
| Einzelraumregelung | Thermostatventil je Heizkörper | Gut |
| Elektronische Einzelraumregelung | Programmierbarer Regler je Raum | Sehr gut |
| Prädiktive Regelung (KI) | Lernende Algorithmen, Wetter-Vorhersage | Optimal |
Eine Nachtabsenkung von 4–6 K (z. B. 20 °C tagsüber, 16 °C nachts) kann 10–20 % Heizenergie einsparen — bei gut gedämmten Gebäuden allerdings weniger, da die Aufheizphase morgens Energie kostet:
| Gebäudetyp | Sinnvolle Absenkung | Einsparung |
|---|---|---|
| Altbau, schlecht gedämmt | 4–6 K über 8 h | 12–18 % |
| Neubau, gut gedämmt | 2–3 K über 8 h | 6–10 % |
| Passivhaus | Keine Absenkung | 0–3 % |
| Wärmepumpen-System | Möglichst wenig (JAZ) | 3–8 % |
Ab ca. 15–18 °C Außentemperatur (je nach Gebäude) sollte die Heizung automatisch abschalten. Die Heizschwelle wird am Regler eingestellt und verhindert, dass die Heizung in der Übergangsszeit unnötig läuft.
| Anforderung | Norm | Pflicht |
|---|---|---|
| Witterungsgeführte Regelung | GEG § 61 | Bei Zentralheizung Pflicht |
| Einzelraumregelung | GEG § 61 | Empfohlen, bei Sanierung oft nötig |
| Optimierter Heizbetrieb (§ 60b) | GEG § 60b ab 2024 | Heizungsprüfung mit Empfehlung |
Startwert: Neubau/FBH → Steigung 0,5–0,8, Niveau 20 °C. Altbau/HK → Steigung 1,2–1,6, Niveau 20 °C. Dann an einem kalten Tag (–5 bis –10 °C) prüfen: Wenn alle Thermostate fast ganz auf sind und es noch kalt ist → Kurve steiler. Wenn Thermostate fast ganz zu sind → Kurve flacher.
Ja — ein Raum-Regelgerät als Referenzraumfühler kostet 30–100 €, kann aber die Heizzeit und Vorlauftemperatur deutlich bedarfsgerechter steuern als reine Witterungsführung. Kombination mit Einzelraumregelung (Thermostatventile) ist optimal.