Heizlastberechnung starten
Normkonforme Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — direkt im Browser.
Heizlastberechnung startenLüftungswärmeverlust H_V: Berechnung nach DIN EN 12831, Luftwechselrate, Infiltration, Lüftungsanlage mit WRG, Einfluss auf Heizlast und Unterschied zu Transmissionswärmeverlust.
Normkonforme Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — direkt im Browser.
Heizlastberechnung startenDer Lüftungswärmeverlust H_V [W/K] ist der durch Luftaustausch (Lüftung und Infiltration) entstehende Wärmestrom je Kelvin Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenluft. Er ist neben dem Transmissionswärmeverlust H_T die zweite Komponente der Norm-Heizlast nach DIN EN 12831:
Φ_HL = (H_T + H_V) × (θ_int,i – θ_e) [W]
Norm: DIN EN 12831-1:2017 + DIN/TS 12831-1:2020 (Nationaler Anhang), DIN 1946-6:2019 (Lüftungskonzept)
H_V = 0,34 × V̇_L [W/K]
Wobei 0,34 W·h/(m³·K) = ρ_Luft × cp,Luft / 3.600 der volumetrische Wärmekapazitätskoeffizient von Luft ist.
Der Volumenstrom V̇_L [m³/h] setzt sich zusammen aus:
V̇_L = max(V̇_inf; V̇_min)
V̇_inf = 2 × V_i × n_50 × e × ε [m³/h]
| Symbol | Bedeutung | Typische Werte |
|---|---|---|
| V_i | Netto-Raumvolumen [m³] | — |
| n_50 | Luftwechsel bei 50 Pa Druckdifferenz [1/h] | Neubau: 1,0–1,5; Altbau: 3,0–8,0 |
| e | Abschirmungskoeffizient (Lage, Windschutz) | 0,03–0,10 |
| ε | Höhenkorrekturfaktor | EG: 1,0; OG: 1,05–1,20 |
V̇_min = n_min × V_i [m³/h]
| Raumtyp | n_min [1/h] | Begründung |
|---|---|---|
| Wohnräume (Aufenthalt) | 0,5 | DIN 1946-6 Mindestaußenluftvolumenstrom |
| Schlafzimmer | 0,3–0,5 | Reduzierter Bedarf nachts |
| Küche | 1,0–1,5 | Kochgerüche, Feuchte |
| Bad/WC | 1,5–2,0 | Feuchteschutz |
| Büro, Besprechung | 2,0–4,0 | DIN EN 13779, Personenbelegung |
Wenn eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung eingebaut ist, reduziert die WRG den effektiven Lüftungswärmeverlust erheblich:
H_V,eff = H_V × (1 – η_WRG)
| WRG-Effizienz η_WRG | Reduktion H_V | Restwärmeverlust |
|---|---|---|
| 0 % (keine WRG) | 0 % | 100 % |
| 60 % | 40 % | 60 % H_V |
| 75 % | 25 % | 75 % reduziert |
| 85 % (modern) | 15 % | 85 % reduziert |
| 90 % (Passivhaus-Lüftung) | 10 % | 90 % reduziert |
Beispiel EFH 150 m²: Ohne KWL H_V = 42 W/K. Mit KWL (η = 80 %): H_V,eff = 42 × 0,20 = 8,4 W/K. Bei ΔT = 36 K (θ_int = 20°C, θ_e = –16°C) ergibt das eine Reduktion der Lüftungs-Heizlast von 1.512 W auf nur 302 W.
Der Lüftungswärmeverlust macht je nach Gebäude-Dichtheit und Lüftungssystem einen erheblichen Teil der Gesamtheizlast aus:
| Gebäudetyp | H_T [W/K] | H_V [W/K] | H_V / H_gesamt |
|---|---|---|---|
| Neubau GEG 2024, dicht (n50 = 1,0) | 80 | 20 | ca. 20 % |
| Neubau KWL mit 80 % WRG | 80 | 4 | ca. 5 % |
| Altbau unsaniert (n50 = 5,0) | 180 | 60 | ca. 25 % |
| Passivhaus (n50 = 0,6, KWL 90 %) | 20 | 2 | ca. 9 % |
Im Altbau ohne Lüftungsanlage kann der Lüftungswärmeverlust 20–30 % der Gesamtheizlast ausmachen — eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test) nach DIN EN ISO 9972 kann den tatsächlichen n50-Wert bestimmen.
Die effektivsten Maßnahmen sind: Luftdichtheitsverbesserung durch Sanierung der Gebäudehülle (Dachstuhl, Kellerdecke, Fenster) und Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit mindestens 75 % Wärmerückgewinnung. Im Passivhaus wird der Lüftungswärmeverlust durch KWL mit ≥ 90 % WRG auf unter 10 % der Gesamtheizlast reduziert.
Ja — eine KWL mit ≥ 80 % Wärmebereitstellungsgrad ist förderfähig nach BEG EM (Lüftungsanlage mit WRG, 15 % Bundesförderung). Zudem verbessert die KWL die Gesamtenergiebilanz des Gebäudes und kann den Unterschied zwischen KfW EH 55 und EH 40 ausmachen.