Was ist die Spreizung im Heizsystem? Definition Vor- und Rücklauftemperatur-Differenz, Einfluss auf Volumenstrom und Wärmepumpen-JAZ.
Definition: Die Spreizung (auch: Systemspreizung oder Δθ) bezeichnet die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf eines Heizungskreislaufs. Sie ist ein wichtiger Betriebsparameter für die Dimensionierung von Rohrleitungen, Pumpen und Wärmeübertragern sowie für die Effizienz von Wärmepumpen.
Δθ = θ_VL – θ_RL [K]
Die übertragene Wärmeleistung berechnet sich aus:
Q = ρ × c_p × q_V × Δθ [W]
| Heizsystem | Vorlauf | Rücklauf | Spreizung |
|---|---|---|---|
| Niedertemperatur-Heizkörper | 45°C | 35°C | 10 K |
| Standard-Heizkörper (Altbau) | 70°C | 55°C | 15 K |
| Fußbodenheizung (Neubau) | 35°C | 28°C | 7–10 K |
| Wärmepumpe Fußboden | 35°C | 30°C | 5–8 K |
| Wärmepumpe Heizkörper | 55°C | 45°C | 10 K |
Je größer die Spreizung, desto geringer der Volumenstrom bei gleicher Heizleistung:
q_V = Q / (ρ × c_p × Δθ)
Beispiel: Q = 10 kW
Größere Spreizung → kleinere Rohre → geringere Investitionskosten.
Bei Wärmepumpen ist eine zu hohe Spreizung nachteilig: Wenn der Rücklauf zu kalt wird (z. B. 25°C bei Fußbodenheizung), muss die WP bei niedriger Quelltemperatur bis zum hohen Vorlauf arbeiten — die JAZ sinkt.
Optimale Spreizung für Wärmepumpen: 5–7 K (Fußbodenheizung) bis 10 K (Heizkörper).