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Elektroberechnung starten
Elektroplanung nach DIN 18015-1 — Leistung, Kabel, Absicherung.
Elektroberechnung startenPV-Eigenverbrauch: Definition, Eigenverbrauchsquote optimieren, Kombination mit Wärmepumpe und Batteriespeicher, EEG 2024 Einspeisevergütung.
Elektroplanung nach DIN 18015-1 — Leistung, Kabel, Absicherung.
Elektroberechnung startenPV-Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des von einer Photovoltaikanlage erzeugten Stroms, der direkt im Gebäude selbst verbraucht wird — ohne vorherige Einspeisung ins öffentliche Netz. Der nicht selbst verbrauchte Überschuss wird ins Netz eingespeist und nach EEG 2024 vergütet.
Die Eigenverbrauchsquote (EVQ) gibt an, wieviel Prozent des erzeugten PV-Stroms selbst genutzt wird:
EVQ = Eigenverbrauch / PV-Erzeugung × 100 %
Der Autarkiegrad gibt an, wieviel Prozent des Gesamtstrombedarfs durch PV (inkl. Speicher) gedeckt werden:
AG = PV-Eigenverbrauch / Gesamtstromverbrauch × 100 %
| Haushalt | Jahresverbrauch | PV-Anlage | EVQ (ohne Speicher) | Autarkiegrad |
|---|---|---|---|---|
| 2 Personen, EFH | 3.500 kWh | 6 kWp | 25–30 % | 30–35 % |
| 4 Personen, EFH | 5.000 kWh | 10 kWp | 20–25 % | 35–45 % |
| 4 Personen + WP | 8.000 kWh | 10 kWp | 35–45 % | 50–60 % |
| 4 Personen + WP + Speicher | 8.000 kWh | 10 kWp + 10 kWh | 60–75 % | 70–80 % |
| Maßnahme | Wirkung auf EVQ | Investition |
|---|---|---|
| Batteriespeicher (10 kWh) | +30–40 % EVQ | 5.000–10.000 € |
| Wärmepumpe steuern (Mittagsladung) | +5–15 % EVQ | 500–2.000 € (Steuerung) |
| Warmwasser-Heizstab (PV-Überschuss) | +3–8 % EVQ | 500–1.500 € |
| Wallbox zeitgesteuert | +5–15 % EVQ | 0 € (Programmierung) |
| Smart-Home-Steuerung | +5–10 % EVQ | 1.000–3.000 € |
Für PV-Strom, der ins Netz eingespeist wird, gilt die EEG-Einspeisevergütung:
| Anlagengröße | Volleinspeisung | Überschusseinspeisung | Gültig ab |
|---|---|---|---|
| ≤ 10 kWp | 8,03 ct/kWh | 8,03 ct/kWh | 02/2024 |
| 10–40 kWp | 7,00 ct/kWh | 7,00 ct/kWh | 02/2024 |
| > 40 kWp | 5,74 ct/kWh | 5,74 ct/kWh | 02/2024 |
Die Einspeisevergütung gilt für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Sie wird halbjährlich von der Bundesnetzagentur angepasst.
Wirtschaftlicher Vergleich:
→ Eigenverbrauch ist 3–4× wirtschaftlicher als Einspeisung.
Die Kombination Photovoltaik + Wärmepumpe ist besonders effizient:
| Szenario | PV-Eigenverbrauch | Stromkosten WP |
|---|---|---|
| WP ohne PV | 0 % solar | 100 % Netzstrom |
| WP mit 10 kWp PV, nicht gesteuert | 20–30 % solar | 70–80 % Netzstrom |
| WP mit 10 kWp PV, gesteuert (SG-Ready) | 40–60 % solar | 40–60 % Netzstrom |
| WP + PV + Speicher + Steuerung | 60–80 % solar | 20–40 % Netzstrom |
SG-Ready-Steuerung: Wärmepumpen mit SG-Ready-Eingang (Standard bei Neugeräten) können bei PV-Überschuss automatisch Wärme ins Gebäude oder den Warmwasserspeicher "laden".
Große PV-Anlagen (> 7 kWp) unterliegen dem verpflichtenden Smart-Meter-Rollout und dem §14a EnWG für netzdienliche Steuerung. Netzbetreiber können die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung temporär auf 70 % reduzieren.
Als Richtwert gilt: 1–1,5 kWh Speicher je kWp PV-Leistung. Bei einem 10 kWp-System also 10–15 kWh Speicherkapazität. Größere Speicher verbessern den Autarkiegrad, haben aber abnehmenden Grenznutzen.
PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind seit 2023 von der Einkommensteuer befreit (§ 3 Nr. 72 EStG) — sowohl Einspeisung als auch Eigenverbrauch. Der Betreiber muss keine Umsatzsteuer mehr abführen (Nullsteuersatz auf PV-Anlagen).