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Sanitärberechnung starten
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenTrinkwasserhygiene: Anforderungen nach DIN 1988, DVGW W 551, Legionellen-Prüfpflicht nach TrinkwV 2026, Temperaturhaltung und Stagnationsvermeidung.
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenTrinkwasserhygiene bezeichnet alle planerischen, baulichen und betrieblichen Maßnahmen, die sicherstellen, dass Trinkwasser vom Hausanschluss bis zur Zapfstelle die Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und der Norm DIN 1988 in Bezug auf mikrobiologische und chemische Qualität erfüllt.
Die größten Hygiene-Risiken in Gebäudeinstallationen sind:
| Dokument | Inhalt |
|---|---|
| TrinkwV 2026 | Anforderungen an Trinkwasserqualität, Prüfpflichten, Grenzwerte |
| DIN 1988-100 | Schutz des Trinkwassers, technische Mindestanforderungen |
| DIN 1988-200 | Installation in Gebäuden, Dimensionierung, Materialien |
| DIN 1988-300 | Ermittlung der Rohrdurchmesser, Berechnungsverfahren |
| DVGW W 551 | Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellen-Wachstums |
| VDI 6023 | Hygiene in Trinkwasser-Installationen, Planung und Betrieb |
| DIN EN 806 | Trinkwasserinstallation in Gebäuden (europäisch) |
Das Legionellen-Risiko hängt direkt von der Wassertemperatur ab:
| Temperaturbereich | Legionellen-Verhalten |
|---|---|
| < 20 °C | Abgestorben oder dormant |
| 20–25 °C | Überleben, kein Wachstum |
| 25–50 °C | Optimales Wachstum (besonders 37–42 °C) |
| > 50 °C | Wachstum gehemmt |
| > 60 °C | Abtötung innerhalb von Minuten |
| > 70 °C | Sofortige Abtötung |
Mindesttemperaturen nach DVGW W 551:
Stagnierendes Wasser ist das größte Hygiene-Risiko in Gebäudeinstallationen. DIN 1988-100 fordert:
| Maßnahme | Anforderung | Ziel |
|---|---|---|
| Leitungsdimensionierung | Rohrinhalt < 3 Liter je Zapfarm | Kurze Aufheizzeiten |
| Zirkulation | Bei Rohrinhalten > 3 Liter | Dauerhafter Wasseraustausch |
| Reiheninstallation | Keine Stichleitungen > 3 L | Stagnation vermeiden |
| Spülung bei Nichtbenutzung | Spülplan bei Leerstand > 4 Wochen | Stagnantes Wasser austauschen |
| Keine Totstränge | Blinde Enden im Rohrnetz vermeiden | Kein stehendes Wasser |
Die Trinkwasserverordnung 2026 (novelliert, Umsetzung EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184) verschärft die Anforderungen:
| Anlage | Prüfpflicht | Intervall |
|---|---|---|
| Öffentliche Gebäude (Schulen, Krankenhäuser) | Legionellen-Untersuchung | Jährlich |
| Gewerbliche Anlagen (Hotels, Büros > 25 Personen) | Legionellen-Untersuchung | Alle 3 Jahre |
| MFH mit zentraler TWW-Bereitung (Nenninhalt > 400 L) | Legionellen-Untersuchung | Alle 3 Jahre |
| MFH mit zentraler TWW-Bereitung (Leitungsinhalt > 3 L) | Legionellen-Untersuchung | Alle 3 Jahre |
| Privates EFH (zentral, < 400 L) | Keine Pflichtuntersuchung | Empfehlung: Bei Verdacht |
Legionellen-Grenzwert: 100 KBE/100 ml (KBE = Koloniebildende Einheiten) — bei Überschreitung Sofortmaßnahmen und Meldepflicht.
DIN 1988-100 verlangt Sicherungsarmaturen zum Schutz gegen Rückverunreinigung:
| Sicherungsarmatur | Anwendung |
|---|---|
| Typ AA (freier Auslauf) | Badewanne, WC-Spülkasten |
| Typ AB (freier Auslauf mit Überflutungsschutz) | Geschirrspüler, Waschmaschine |
| Typ BA (Rückflussverhinderer mit Prüfventil) | Heizungsanschlüsse, Sprinkler |
| Typ CA (Rohrbelüfter) | Gartenschlauch, Außenzapfstellen |
| Typ EA (Kontrollierter Rückflussverhinderer) | Trinkwasser-Wärmetauscher |
Nicht alle Materialien sind für Trinkwasseranlagen zulässig. Die KTW-BWGL (2021) regelt die Zulässigkeit von Kunststoffen:
| Material | Zulässigkeit | Anwendung |
|---|---|---|
| Kupfer (EN 1057) | Vollständig zulässig | Warm- und Kaltwasser |
| Edelstahl (EN 10312) | Vollständig zulässig | Alle Anwendungen |
| Mehrschichtverbundrohr (EN ISO 21003) | KTW-geprüft | Warm- und Kaltwasser |
| Verzinkter Stahl | Nur Kaltwasser | Bestand, nicht mehr neu |
| Bleirohre | Verboten (§ 17 TrinkwV) | Austauschpflicht bis 2026 |
Wichtig: Bleirohre in der Hausinstallation müssen nach TrinkwV 2026 bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht sein.
VDI 6023 Blatt 1 empfiehlt für alle Trinkwasseranlagen in Gebäuden eine Hygienekontrolle:
Bei Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserbereitung und einem Speicherinhalt über 400 Litern oder einem Leitungsinhalt über 3 Litern je Leitungsabschnitt gilt Untersuchungspflicht alle 3 Jahre. Das Ergebnis muss dem Gesundheitsamt und den Mietern mitgeteilt werden.
Bei Werten > 100 KBE/100 ml: sofortige Information des Gesundheitsamts, thermische Desinfektion (Aufheizung auf 70 °C für mindestens 3 Minuten an jeder Zapfstelle), Ursachenanalyse, Kontrollbeprobung nach 4 Wochen.
Mindestens 55 °C sollen innerhalb von 30 Sekunden nach dem Aufdrehen aus der Armatur fließen. Im Speicher muss das Wasser auf 60 °C gehalten werden.