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Sanitärberechnung starten
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenHauswasserstation (Frischwasserstation): Funktion im MFH, hygienische TWW-Bereitung, Legionellenschutz, Dimensionierung nach DVGW W 551 und Vergleich mit Zentralspeicher.
Trinkwasser-Dimensionierung nach DIN 1988-300 — normkonform.
Sanitärberechnung startenEine Hauswasserstation (auch: Frischwasserstation, dezentrale Wohnungsstation) ist eine kompakte Wohnungsübergabestation, die Trinkwarmwasser (TWW) für eine einzelne Wohneinheit dezentral und frisch bereitet — unmittelbar vor dem Verbrauch, direkt in der Wohnung oder am Etagenverteiler. Das Warmwasser wird dabei nicht in einem Wohnungsspeicher bevorratet, sondern nach dem Durchflusssystem im Durchlauf erwärmt.
Prinzip: Ein zentraler Heizkreis (aus Fernwärme, Heizzentrale oder Wärmepumpe) liefert Heizungswasser hoher Temperatur bis zur Hauswasserstation. Dort überträgt ein Plattenwärmetauscher die Wärme auf das Kaltwasser der Trinkwasserversorgung und erwärmt es instantan auf Zapftemperatur (ca. 45–55 °C).
Norm: DVGW W 551 (Legionellenschutz), DIN 1988-200 (Trinkwasserinstallationen), VDI 6023 (Hygiene in Trinkwasserinstallationen), EN 15450 (Heizungsanlagen in Gebäuden, Trinkwasserinstallation)
Eine typische Hauswasserstation enthält:
| Bauteil | Funktion |
|---|---|
| Plattenwärmetauscher | Wärmeübertragung Heizkreis → Trinkwasser, keine Vermischung |
| Durchflussregelventil (sekundär) | Mengenbegrenzung, Temperaturbegrenzung |
| Rückflussverhinderer | Schutz des Heizkreises vor Trinkwasserverunreinigung |
| Sicherheitsventil (Trinkwasser) | Druckabsicherung nach DIN 1988 |
| Zirkulationsanschluss (optional) | Für kurze Strecken zur Zapfstelle |
| Energiemengen-/Wärmemengenzähler | Abrechnung Wärme je Wohneinheit |
| Kaltwasserfilter | Vor dem Wärmetauscher zum Schutz |
Das Trinkwasser stagniert nicht im Speicher, da es immer frisch aufbereitet wird — das ist der entscheidende Hygienevorteil gegenüber zentralen Warmwasserspeichern.
Der wichtigste Vorteil der Hauswasserstation gegenüber einem zentralen Warmwasserspeicher ist die nahezu vollständige Elimination des Legionellenrisikos im Verteilnetz:
| Merkmal | Zentralspeicher + Zirkulation | Hauswasserstation |
|---|---|---|
| Warmwasser-Stagnation | Im gesamten Netz + Zirkulation | Nur im WÜ-Sekundärkreis (< 3 L) |
| Temperatur an der Zapfstelle | ≥ 55 °C (DVGW W 551) | Frisch bereitet, sofort Solltemperatur |
| Legionellenwachstum-Risiko | Mittel–hoch (langer Leitungsweg) | Sehr gering (kein Speicher) |
| Prüfpflicht nach TrinkwV | Ja (> 400 L oder > 3 L Inhalt je Strang) | Nein (Frischwasserstation < 3 L) |
| Heizkreis-Temperaturen | 60 °C Speicher-Mindest | Heizkreis 70–80 °C (höhere Anforderung) |
DVGW W 551: Für Frischwasserstationen gilt: Wenn das Volumen des Sekundärkreises (Trinkwasser) kleiner als 3 Liter ist, entfällt die Zirkulationspflicht und die reguläre Legionellen-Prüfpflicht nach TrinkwV.
| Kriterium | Zentralspeicher + Zirkulation | Hauswasserstation (dezentral) |
|---|---|---|
| Investition | 8.000–20.000 € (Speicher + Zirkulation) | 800–2.000 € je WE × Anzahl WE |
| Wärmeverluste | 10–20 % (Zirkulationsleitung, Speicher) | 3–7 % (Wärmetauscher, kurze Leitungen) |
| Wasserqualität | DVGW W 551 Anforderungen nötig | Frisch, sehr hohe Qualität |
| Legionellen-Prüfpflicht | Ja (alle 3 Jahre bei > 400 L) | Nein (bei < 3 L Sekundärinhalt) |
| Abrechnung | Pauschal oder Umlageschlüssel | Wärmemengenzähler je WE, genau |
| Wartung | Speicher + Pumpe zentral | Je WE dezentrale Wartung |
| Anwendung | Kleines MFH, < 10 WE | MFH ab 10 WE, Neubau bevorzugt |
| Warmwasserbedarf | Puffer-Reserven vorhanden | Durchfluss: begrenzte Spitzenleistung |
Die Heizleistung der Hauswasserstation richtet sich nach dem Warmwasser-Gleichzeitigkeitsprinzip:
| WE je Station | Gleichzeitigkeitsfaktor (DIN 4708) | Erforderliche Leistung (Watt) |
|---|---|---|
| 1 WE (Wohnung mit 3–4 Personen) | 1,0 | 15–25 kW (1 Zapfstelle gleichzeitig) |
| 1 WE (Bad + Küche) | Gleichzeitig möglich | 20–35 kW (2 Zapfstellen) |
Vorlauftemperatur Heizkreis: Für ausreichende TWW-Aufbereitung (55 °C) muss der Heizkreis mindestens 65–75 °C Vorlauftemperatur liefern (Temperaturübertragungsgrad Wärmetauscher ca. 0,90). Bei Wärmepumpen ist dies ein kritischer Punkt — Niedertemperatur-WP mit VL < 65 °C können Frischwasserstationen eingeschränkt versorgen.
Ja — wenn der sekundärseitige Wasserinhalt der Station unter 3 Litern bleibt, entsteht kein Stagnationswasser, und Legionellen können sich nicht vermehren. Warmwasserspeicher müssen hingegen dauerhaft auf 60 °C gehalten werden, was bei Wärmepumpen energetisch ungünstig ist. Für neue MFH ist die dezentrale Frischwasserstation aus hygienischen und wirtschaftlichen Gründen heute die bevorzugte Lösung.
Ja, wenn die Wärmepumpe ausreichend hohe Vorlauftemperaturen (≥ 65 °C) liefern kann. Viele monoenergetische Luft-Wasser-WP können mit Hilfe des eingebauten Heizstabs auf 65–70 °C aufheizen. Im Teillastbetrieb (Sommerhalbjahr) wird der Heizkreis mit dem Heizstab ergänzt — eine höhere Betriebstemperatur verringert die JAZ der WP. Alternativer: Separater Wärmepumpen-Warmwasserspeicher für TWW mit der WP + Frischwasserstation für hygienischen Aspekt kombinieren.
Typisch: 800–2.000 € je WE (Gerät inkl. Wärmemengenzähler), plus Montage und Anschluss 500–1.000 € je WE. Bei 10 WE: 13.000–30.000 € gesamt. Verglichen mit einem zentralen 1.500-L-Speicher + vollständiger Zirkulationsanlage für 10 WE (ca. 15.000–25.000 €) liegen die Investitionskosten in ähnlicher Größenordnung, mit erheblichen Vorteilen bei Hygiene und Abrechnung.